Einsamkeit.

Gestern war wieder so ein Moment. Ich fühlte mich alleine, nutzlos, einsam. „Party“ um mich rum. Naja. Zumindest der Alkohol floss in Strömen, mich erreichte eine kleine Welle des ganzen. Ein Bier, und hier und da mal ein Kurzer, aber nicht mehr als 5 dieser kleinen Schlucke. Und das über 7 Stunden.
Geburtstagfeier meiner Schwester. Ich hängte mich an meine jüngere Cousine, wir beobachteten das Geschehen meist aus relativ sicherer Entfernung. Beide allein. Aber sie hatte ja zu Hause jemanden. Nicht wie ich. Auf mich wartet vielleicht gerade mal mein Kuscheltier. Klingt kindisch, ich weiß. Aber was soll man machen, wenn man nichts anderes zum Kuscheln hat?
Immer noch besser als nichts. Ich hatte zu Hause auf einmal den Gedanken, dass dieser kleine Orang-Utan das einzige Wesen ist, das mich wirklich liebt. Aber es ist ja nur ein lebloses Etwas.

Auf der Feier waren beinahe ausschließlich Pärchen. Bis auf ein paar Ausnahmen natürlich. Aber das Rumgeknutsche von denen anschauen zu müssen ist immer wieder auf dieselbe Weise schmerzhaft. Und das nicht nur ein bisschen. Ich frage mich in solchen Momenten, was ich überhaupt hier mache.

Warum kann ich nicht jemanden an meiner Seite haben? Eine, die mich liebt wie ich bin, die ich liebe wie sie ist, und so. Stattdessen sitze ich immer auf Partys, werde vom quälenden Anblick und zerstörerischen Gedanken heimgesucht. Es frisst mich auf. Es zerstört mich innerlich. Ich werde reizbar, angreifbar und verletzlicher als sonst. Im Moment ist das besonders schlimm, angefangen hat es, nachdem ich nach drei Tagen wieder zu Hause war, es müsste so gegen Mitte Oktober gewesen sein. Seitdem bin ich dauernd deprimiert, niedergeschlagen, fühle mich oft einsam.

Ich kuschel gern, mach daraus auch kein Geheimnis. Und die Momente, in denen ich mal mit einer Freundin kuschel, sind die Momente in denen ich Kraft tanken kann, die aber schneller wieder aufgebraucht ist, als sie eigentlich sollte. Ich genieße diese Momente sehr, da sie auch besonders sind. In diesen Momenten verfliegt die Einsamkeit ein wenig und ich fühle mich gut.

Neulich hatte ich das erste Date seit der Trennung von meiner Ex Ende August und wir haben gekuschelt und einen Film gesehen. Danach fühlte ich mich toll und war happy. Das hielt aber nicht sehr lange an. Schade.


Gerade habe ich einen kleinen Text in meinen "Werken" gefunden, der vielleicht dazu passt:

Sie las mir aus einem Buch vor. Als sie fertig war, fragte sie, ob sie mir den Buchrücken, vor lesen solle. Ich antwortete mit „Ja“, woraufhin ich nur ein „Warte“ zu hören bekam. Ich vernahm das wilde Klackern ihrer Tastatur. Als es verstummte las sie vor. Doch ich hörte der Stimme an anderen Ende der Leitung nicht zu, sondern dachte an das letzte Wochenende, an die zärtlichen Berührungen, die ich vermisste, an das sanfte Streichen durch ihr rotgefärbtes Haar, an ihre Finger, die leicht kitzelnd über meinen Bauch fuhren, an das liebliche Küssen. All das vermisste ich unheimlich. Genau wie den Geruch ihrer Haare.

7.11.10 18:32

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


naives.dummerchen / Website (7.11.10 19:47)
Das liest sich alles viel zu bekannt...
Seltsam. Immer wieder denkt man sich doch "Warum ich?", nur um dann festzustellen, dass alles, was einem passiert, fast in derselben Form anderen zustößt.
Wer du auch sein Magst, Fremder, Ich denke in diesem Kurzen Augenblick an dich.
Gib die Hoffnung nicht auf. Es kommen auch wieder Tage an denen die Konturen der Welt etwas weiher werden.
Lange Tage und angenehme Nächte.

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