Auf und davon. Und dann doch nicht.


Manchmal gibt es Tage, an denen frage ich mich, was ich überhaupt hier mache. Am liebsten möchte ich einfach dem Alltag und dieser Welt entfliehen, die so fehlerhaft ist, wie sonst nichts.
Ich flüchte in meine (utopische) Idealwelt, in einen Tagtraum. Aber die Träume machen mich wiederum traurig, da sie Sehnsucht in mir auslösen. Sehnsucht nach genau diesen Träumen…

Ich will dem Alltag entfliehen, denn was hält mich hier?
Freunde? Pah!
Eltern? Iwo!
Geld? Nö!
Ausbildungsplatz? Habe ich ja nicht mal!

Ich könnte einfach zu einer Freundin fahren, mich dort in ihrem zweiten Zimmer einquartieren und in der Nähe einen Minijob annehmen.
Hätte ich mehr Geld, würde ich ein Jahr im Ausland verbringen, hätte damit schon gleich nach der Schule beginnen können.
Stattdessen sitze ich hier, schulde einem Freund und meinen Eltern noch Geld, fast 90 Euro insgesamt, beide wollen ihr Geld möglichst schnell wieder zurückbekommen. Aber ich kann ja nicht einfach all mein Geld fortgeben, denn dann hätte ich selbst ja nichts mehr. Und mein Sparbuch hat auch schon genug gelitten, das letzte Mal unter meiner Fernbeziehung, welche ein schlimmes und schmutziges Ende nahm, welche auch meine erste Beziehung war. Und das mit 19 ! Dabei finden mich einige Menschen toll, aber halt nur toll und nicht mehr, man lässt sich auch nicht auf mehr ein, will dem anderen nicht weh tun.
Aber das ist eine andere Geschichte….

Ich hatte schon mal die Idee mit Laura einfach von jetzt auf gleich abzuhauen, nach Italien oder so. Einfach raus aus Hamburg, raus aus Deutschland.

Aber wovon leben? Wir können ja nicht einmal italienisch! Ich kann Englisch und Spanisch, und das nicht mal auf einem sehr guten Niveau…
Außerdem, wer sagt, dass man auch erfolgreich wird? Das man überleben kann? Schließlich ist man dann auch auf sich selbst gestellt. Aber einfach für ein halbes Jahr hier raus, wäre echt schon toll und sicherlich auch für das Familienklima förderlich. Aber nein, das geht ja nicht, weil ich arm wie eine Sau bin und nicht das Geld dafür habe. Außerdem muss ich ja immer zu den Bewerbungsgesprächen, die immer gleich enden: mit einer Absage!

Das ist einfach nur deprimierend … genau wie der Rest in meinem Leben gerade. Aber man kann sein Glück nicht erzwingen, muss darauf warten, dass es plötzlich vor der Tür steht.

6.11.10 12:55

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